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9. Dezember 2025
Europäisches Gütesiegel “European Energy Award” für die Gemeinde Adelsdorf
Adelsdorf – Die Gemeinde Adelsdorf ist nun offiziell Klimaschutzkommune: Sie hat den „European Energy Award“ erhalten, ein europaweit anerkanntes Qualitätssiegel für nachhaltiges, kommunales Energiemanagement. Die Auszeichnung würdigt das konsequente Engagement der Kommune für Energieeffizienz und Klimaschutz.
Verleihung durch Staatsminister Thorsten Glauber
Thorsten Glauber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt- und Verbraucherschutz, überreichte die Auszeichnung Mitte November im Rahmen einer Festveranstaltung in Buchloe an Adelsdorfs Ersten Bürgermeister Karsten Fischkal. „Dass wir den European Energy Award bekommen haben, zeigt, dass Adelsdorf Energie neu denkt. Regional, nachhaltig und zukunftssicher“, betonte Bürgermeister Fischkal. „Mit unseren Nahwärmenetzen schaffen wir eine Wärmeversorgung, die unabhängig von fossilen Energien ist und direkt von hier kommt. Das ist Klimaschutz zum Anfassen.“
Direkt im Anschluss würdigte der Bürgermeister den gemeinsamen Einsatz: „Dieser Erfolg ist Teamarbeit. Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, den Gemeindewerken und nicht zuletzt unseren Bürgerinnen und Bürgern. Gemeinsam haben wir gezeigt, was eine engagierte Kommune erreichen kann. Besonderen Dank möchten wir auch der Energieagentur Nordbayern aussprechen, die uns durch den gesamten Prozess hindurch begleitet hat.“
Hohe Anforderungen
Rund 1800 Städte und Gemeinden in ganz Europa nehmen am Programm teil. Die Anforderungen sind hoch: Kommunen müssen rund 80 Maßnahmen aus sechs Handlungsfeldern umsetzen, von Gebäudeeffizienz über Wärmeversorgung bis hin zu Mobilität und Kommunikation. Der Prozess dauert in der Regel drei bis vier Jahre und umfasst Analyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung und Audit. Adelsdorf zählt damit zu den Vorreitergemeinden in Bayern. Nur 51 Preisträger unter den über 2000 Kommunen gab es bisher in ganz Bayern.
Adelsdorfs Weg zu mehr Klimaschutz
Die Auszeichnung ist ein Beweis für konsequentes Handeln, denn Adelsdorf hat in den vergangenen Jahren den Energieverbrauch pro Kopf um 23% gesenkt und die CO2-Emissionen um 35% reduziert, wie die Treibhausgasbilanz der Gemeinde zeigt. Rund ein Viertel des Stroms stammt bereits aus Photovoltaik, und auch bei der Wärmeversorgung setzt die Gemeinde auf Zukunft: Alle öffentlichen Gebäude werden bereits mit klimafreundlicher Nahwärme aus Biomasse direkt aus dem Ort versorgt. Über 130 Ein- und Mehrfamilienhäuser hängen mit am Wärmenetz, Tendenz steigend.
Nahwärmenetz in Neuhaus kommt
Seit 2023 wird das bestehende Nahwärmenetz in Adelsdorf kontinuierlich erweitert, mit dem Ziel, möglichst vielen Bürgern eine Anschlussmöglichkeit zu bieten. Ab 2026 folgt das nächste große Projekt: Der Ortsteil Neuhaus bekommt sein eigenes Nahwärmenetz, ebenfalls gespeist aus erneuerbarer Energie. „Nahwärme heißt Wärme von hier, für die Menschen hier“, sagte Gemeindewerke-Vorstand Wolfgang Mößlein. „Wir nutzen regionale Ressourcen und machen uns unabhängig von globalen Energiemärkten. Neben dem Adelsdorfer Netz ist das kommende Netz in Neuhaus ein weiterer Schritt, um Versorgungssicherheit und Klimaschutz dauerhaft zu verbinden.“ Für die Bürger sind die Vorteile klar. Versorgungssicherheit, Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und Klimaschutz vor Ort. Jeder neue Anschluss ist ein Beitrag zur Energiewende, direkt vor der Haustür.
Die Maßnahme wird gefördert durch den Freistaat Bayern (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz/Regierung von Mittelfranken).

Bildquelle: Energie- und Umweltzentrum Allgäu






