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24. April 2026
Energiezentrale III geht in Betrieb
Ein gleichmäßiges Brummen ist in der Energiezentrale in der Höchstadter Straße 34a zu hören. Hinter den Mauern der Gemeindewerke-Firmenzentrale läuft seit kurzem die Energiezentrale III im Regelbetrieb. Was von außen unscheinbar wirkt, ist innen technisch aufwändig. Mit moderner Holzvergaser‑Technik erzeugt die Anlage im Pyrolyseverfahren gleichzeitig Wärme und Strom.
Herzstück der Anlage sind zwei Blockheizkraftwerke, die nach dem Prinzip der Kraft‑Wärme‑Kopplung arbeiten. Gemeinsam liefern sie 925 Kilowatt zusätzliche Wärme und 600 Kilowatt Strom. Die gewonnene Wärme fließt direkt in das weiterwachsende Nahwärmenetz der Gemeinde, während der erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Damit stärkt die Anlage nicht nur die Versorgungssicherheit direkt im Ort, sondern erhöht auch die regionale Wertschöpfung.
Pufferspeicher für flexible Zwischenspeicherung von Wärme
Ein 100.000‑Liter‑Pufferspeicher sorgt dafür, dass die erzeugte Wärme flexibel zwischengespeichert und Lastspitzen abgefedert werden können, z.B. für besonders kalte Tage oder wenn viele Anschlussnehmer gleichzeitig viel Wärme in ihrem Zuhause brauchen. Die Gemeindewerke Adelsdorf bauen das Adelsdorfer Nahwärmenetz seit 2023 kontinuierlich aus. Einen Anschlusszwang gibt es für Bürgerinnen und Bürger nicht. Für Wolfgang Mößlein, Vorstand der Gemeindewerke Adelsdorf, markiert die Inbetriebnahme auch das Ende eines langen Weges. „Bis die Anlage tatsächlich laufen konnte, mussten wir umfangreiche Genehmigungsverfahren durchlaufen“, so der Vorstand. „Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir die Energiezentrale im Regelbetrieb sehen. Neben der Wärmeproduktion spielt auch die Stromerzeugung eine tragende Rolle, weil die Einspeisung ins Netz die Wirtschaftlichkeit verbessert.“
Feste Strom-Einspeisevergütung auf 20 Jahre
Der erzeugte Strom wird nach den Regelungen des Erneuerbare‑Energien‑Gesetzes (EEG) vergütet. Diese für die nächsten 20 Jahre gesicherte EEG‑Einspeisevergütung schafft Planungssicherheit für die Gemeindewerke und trägt dazu bei, einen Teil der Kosten der Wärmeversorgung zu decken. Die grundlastfähige eigene Stromerzeugung ist außerdem die Voraussetzung, das Nahwärmenetz künftig sinnvoll durch den Einsatz von Großwärmepumpen zu ergänzen. Wegen ihrer Vielseitigkeit und ihrer witterungsunabhängigen Energieerzeugung sollen holzgasbetriebene Blockheizkraftwerke auch im geplanten Energiepark Adelsdorf und in der Energiezentrale im Ortsteil Neuhaus eingesetzt werden.
Als Brennstoff kommen beim größeren der beiden BHKWs Holzpellets aus regionaler Erzeugung zum Einsatz. Perspektivisch sollen diese in ein paar Jahren sogar größtenteils selbst hergestellt werden, nämlich im geplanten Energiepark Adelsdorf. Die Anlage arbeitet mit einer vorgelagerten Holzvergasung, bei der der nachwachsende Energieträger zunächst in einem technischen Pyrolyseprozess in ein brennbares Gas umgewandelt wird. Nach der anschließenden Reinigung treibt dieses Gas dann den Motor des Blockheizkraftwerkes an; ein Verfahren, das besonders effizient ist und niedrige Emissionswerte ermöglicht. Das kleinere der beiden BHKWs wird zur Abfederung von Spitzenlasten eingesetzt und läuft mit Biodiesel.
Betrieb wird kontinuierlich überwacht
Der Betrieb wird regelmäßig durch unabhängige, externe Messstellen überwacht. Diese engmaschigen Kontrollen stellen sicher, dass die Anlage jederzeit ordnungsgemäß arbeitet und alle rechtlichen Vorgaben einhält. Zum Einsatz kommen Holzvergaser- und Blockheizkraftwerkssysteme des deutschen Herstellers Burkhardt, die seit vielen Jahren weltweit in kommunalen Wärmenetzen, Industrieanlagen und öffentlichen Einrichtungen im Einsatz sind, unter anderem auch in Baiersdorf. Die Technologie ist ausgereift, zuverlässig und emissionsarm.
Die Inbetriebnahme der neuen Energiezentrale fällt in eine Zeit anhaltender Unsicherheit auf den internationalen Energiemärkten. Gestiegene Öl‑ und Gaspreise infolge geopolitischer Spannungen, unter anderem im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran, wirken sich weiterhin auf die Kosten fossiler Energieträger aus. „Am Ende geht es um eine ganz einfache Frage. Wie sorgen wir dafür, dass die Menschen in Adelsdorf auch in Zukunft verlässlich und bezahlbar heizen können?“, sagt Bürgermeister Karsten Fischkal. „Die neue Energiezentrale und der weitere Ausbau unseres Nahwärmenetzes sind dafür wichtige Schritte.“
Bildinfo Titelbild v.l.n.r.: 1. Bürgermeister Karsten Fischkal, Technischer Betriebsleiter Johannes Herold, Gemeindewerke-Vorstand Wolfgang Mößlein und Thomas Pollety (Projektleiter der Firma Burkhardt)











